FESTIVAL RÜCKBLICK 2008



1. Internationales Tanztheaterfestival Erfurt startet extrem erfolgreich!
Vom 30.10.08 - 02.11.08 veranstaltete das Tanztheater Erfurt das 1. Internationale Tanztheater Festival in Erfurt. Mit rund 1200 Besuchern hat das Festival alle Erwartungen übertroffen! Neben den tollen Besucherzahlen erfreute die Veranstalter ganz besonders die durchweg positive Resonanz auf die künstlerischen Darbietungen. 
Eingeladen waren Künstler aus Italien, Frankreich, Spanien, Venezuela und Deutschland. Neben 5 Gastspielen wurden zwei Eigenproduktion aufgeführt.

Wir freuen uns auf das 2. Internationale Tanztheaterfestival´10 in Erfurt!

 FESTIVAL HIGHLIGHTS 2008
  • Jean Laurent Sasportes (Pina Bausch) im Duo mit Günter Baby Sommer
  • Kindervorstellung: Juri Tetzlaff (Ki.Ka) und die "TTE junior company" in "Peter und der Wolf" - Premiere
  • Premiere der Eigenproduktion "Garantie abgelaufen" von Ester Ambrosino
  • Doppelvorstellung der international etablierten Künstler Lara Martelli und Mikel Aristegui
  • Doppelvorstellung der International bekannten Künstlern Marta Izquierdo Munoz (und natürlich ihrem Huhn "Lola") und Marrtina La Bonte & earthdance-cooperation
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„Garantie abgelaufen“ - Ein Thema das Bewegt: Altwerden

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft beständig zunimmt. Frauen werden durchschnittlich 80 Jahre alt, Männer knapp 75 Jahre. Laut einhelliger Expertenmeinung können heute geborene Mädchen mit einer Lebenserwartung von ca. 100 Jahren rechnen!

Damit dieser demographische Wandel nicht allein als soziales und politisches Problem wahrgenommen und diskutiert wird, ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Alter(n)“ notwendig.

Mit dem natürlichen Prozess des Alterns sind viele Ängste verbunden. Ängste die sich in allen Bereichen unseres Lebens äußern, wie z. B. unserer finanziellen Situation im Alter - “ist unsere Rente sicher?“, die Sorge um den Arbeitsplatz, der Gesundheit, der eigene körperliche Verfall, Einsamkeit oder dem Verlust des Partners, um hier nur einige zu nennen.

Künstler mehrerer Generationen nähern sich dem Thema auf ernste, aber auch humorvolle Art und Weise und nehmen ihm so die bedrohliche Seite. In persönlichen Lebensgeschichten, über gesellschaftspolitische Fragestellungen und im künstlerischen Miteinander von Jung und Alt wird die Sicht auf den Wert einzelner Lebensphasen geschärft. Bewegend werden tragische Schicksale des „Alterns“ aufgespürt, hingegen nimmt der Zuschauer vor allem die positiven Seiten der zweiten Lebenshälfte wahr:
Damit ist „Garantie abgelaufen“ einmal mehr als Plädoyer für die Wertschätzung und Förderung der beeindruckenden Ressourcen älterer Menschen zu verstehen.
Hier könnt ihr euch einen ersten Einblick von der ersten Probenphase des Stückes verschaffen!
***Video anschauen***

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Jean Laurent Sasportes & Günter Baby Sommer

„Short Pieces“
Choreografie und Tanz: Jean Laurent Sasportes
Musik: Günter Baby Sommer


Jean Laurent Sasportes, Solotänzer der brühmten Pina Bausch Company Wuppertal, präsentiert seine Tanzperformance Short Pieces als Duo mit dem bekannten Dresdner Jazzmusiker Günter „Baby“ Sommer. Die “kleinen Stücke” wurden bereits in vielfachen Versionen, an den unterschiedlichsten Orten der Welt und mit wechselnder musikalischer Besetzung (u.a. mit Peter Kowald) aufgeführt. In ihnen zeigt Sasportes - in einer Art strukturiert improvisiertem Tanz - bestimmte schüchterne, dubiose, nervöse oder archaische Charaktere. Aufgeführt wurden diese Musik- und Tanzimprovisationen als Short Pieces I und II. Für den ersten gemeinsamen Auftritt mit Günter „Baby“ Sommer erwartet das Publikum in Erfurt eine weitere Neuinterpretation der seit 1989 zu seinem Repertoire gehörenden Short Pieces.



www.jsasportes.com
www.babysommer.com

Günter Baby Sommer
Biografie
Günter Baby Sommer - dr, perc

Günter Baby Sommer ist einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen europäischen Jazz, welcher mit einem hoch individualisierten Schlaginstrumentarium zugleich eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt hat.
Sommer wurde 1943 in Dresden geboren. Von 1962 bis 1966 studierte er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden, der Abteilung „Tanz- und Unterhaltungsmusik“, einer der ersten Jazzabteilung einer deutschen Musikhochschule. Damals spielte er in Formationen von Klaus Lenz, die gelegentlich auch den Sänger Manfred Krug begleitete. Zum freien Spiel gelangte Sommer in dem Trio des Saxophonisten Friedhelm Schönfeld. Nach Ausflügen mit Ulrich Gumperts Band SOK in den Jazzrock, war Sommer wichtiger Bestandteil in dem Trio von Ernst-Ludwig Petrowksy, Synopsis – dem späteren Zentralquartett - und der Ulrich Gumpert Workshopband. Wesentlich für Sommers Entwicklung war die Entdeckung seines Solospiels in sog. „Hörmusik“-Programmen - und beinahe zeitgleich die Trioarbeit mit Wadada Leo Smith und Peter Kowald. Bald war Sommer einer der begehrtesten Spielpartner für alle wichtigen Musiker der europäischen Avantgarde des Freien Jazz. So führte ihn die Zusammenarbeit etwa mit Peter Brötzmann, Fred van Hove, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker, Gianluigi Trovesi, Cecil Taylor, Anthony Braxton auf alle wichtigen internationalen Festivals.
Außergewöhnlich die Arbeit nicht nur mit dem Organisten Hans-Günther Wauer, sondern auch das reiche Werk mit Schriftstellern. Seit 1985 begleitete Sommer den Nobelpreisträger Günter Grass, aber auch Christa Wolf, Christoph Hein und den Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge.
Mittlerweile umfasst Sommers Diskografie über 90 Schallplatten und CDs. Die meisten davon sind auf den Labels FMP und INTAKT sowie auf französischen Labels erschienen. Hörspielmusiken, Filmmusiken, Bühnenmusiken und ein Werk für Chor und Kammerorchester gehören zu seinem Oevre. Besondere Anerkennung für sein Werk erhielt Günter Sommer bereits 1985 durch den Kunstpreis der DDR und wurde als Pollwinner des „Internationalen Jazzforums“ ausgezeichnet. Seit 1995 lehrt Sommer als Professor an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden.

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Marta Izquierdo Muñoz

"She’s mine"


Konzept und Tanz:        Marta Izquierdo Muñoz (…und das Huhn Lola)
Tonkreation:                 Samuel Pajant
Künstlerische Begleitung:       Mark Tompkins, Frans Poelstra
Musikalische Arrangements:   Manuel Coursin, Boulez République
Production, Administration :    Nicolas Cadet
Ton (Sound):                         Nicolas Cadet
Die spanische Tänzerin und Choreografin Marta Izquierdo Muñoz kreierte das Stück eigens für das weltbekannte Festival d’Avignon 2008.
She’s mine handelt von einer Person, die auch DIVIN (das Göttliche) genannt werden, und die, wie Alice im Wunderland von Lewis Caroll, sich endlos transformieren kann. Mit „La divine“, die Göttliche, trägt sie einen Namen, der einst Sarah Bernhardt, der berühmtesten französischen Schauspielerin des ausgehenden 19. Jahrhunderts, zugeschriebenen wurde.
Divine könnte auch einem Roman Jean Genets oder einem Film Almodóvars entspringen, ein Superstar wie Andy Warhol sein, ein amerikanischer Transvestit der 1980er Jahre oder ein gefeierter Held des Reality TV. In she’s mine leben all’ diese DIVINES beieinander und treten in einen gemeinsamen Dialog.
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Martina La Bonté & earthdance-cooperation

"MOMENTary TRAPPED"

Die Produktion „MOMENTaryTRAPPED“ , die am 16.11.07 Premiere feierte, beschäftigt sich mit dem Thema, wie uns die Zeit und wie uns unsere Erfahrungen verbinden. Obwohl wir nebeneinander in unseren verschiedenen Lebensabschnitten leben, werden die Momente, je nach Perspektive, Erwartung, Erinnerung oder Erfahrung gänzlich verschieden erlebt, um dann wie ein harmonisch passendes  Geschehen nach aussen zu wirken. Zusammenhänge erscheinen zeitlos und nah.
Unsere Kleidung/Haut  ist wandelbar und doch bleibt sie scheinbar dieselbe. Wir drehen uns um uns selbst und in uns selbst im Kreis. Innerhalb dieses Kreises projezieren wir unsere Bilder und Sehnsüchte und können nicht wirklich aus unserer Haut...

Auch mit dieser Choreographie forschen wir mit unserem Körper, etwas darzustellen, was nicht begrifflich ist und uns einer inneren Erfahrung öffnet. Nur mit der Sprache des Körpers vermitteln die KünstlerInnen Bilder, die mystisch wie auch direkt eine Brücke zwischen Publikum und DarstellerInnen schlagen können und auf eine gemeinsame mitreißende und berührende Reise gehen.

Mikel Aristigui - "DELIRIO"



Konzept und Regie: Mikel Aristegui
Tanz und Choreografie: Silvana Suarez, Mikel Aristegui
Musik: Johannes Malfatti
Bühnenbild: Anton Lucas
Übersetzung: Alex Weidel, Silvana Suarez, Hajo Schüler
Fotografie: Joachim Koch


Das Duo erzählt die Geschichte einer Beziehung: Ein Mann und eine Frau, nur mit sich selbst verbunden in einer extravaganten – und auf ihre Art harmonischen – Liebesgeschichte.
Jeder der beiden Protagonisten befindet sich in seinem Zuhause; es sind die letzten Momente vor der Verabredung. Wie in zwei übereinander gelegten Dias nimmt das Publikum die beiden Räume, in denen sich die Soli entwickeln, als einen einzigen Raum wahr. Für die Protagonisten bleiben es jedoch zwei voneinander getrennte Räume. Achronisch, von der Gegenwart in die Vergangenheit wechselnd, zeigt sich deren Liebe zwischen absurden Vorwürfen und vorgetäuschtem Leid hin und her springend. Im Moment ihrer Begegnung ist alles möglich: Wenn der eine beginnt, den Kontakt zur Realität zu verlieren, kann der andere ihn zurück auf den Boden bringen, in Panik verfallen oder ihm in sein Delirium folgen. DELIRIO ist ein Stück von einem Mann und einer Frau außerhalb gesellschaftlicher Normen, die sich in einem anderen Rhythmus von Raum und Zeit als der Rest der Welt bewegen.
www.mikelaristegui.com
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Lara Martelli

B.A.N.G.
(Barbaric Act iN the Garden)

Konzept/Tanz: Lara Martelli
Video: Werther Germondari,
          Maria Laura Spagnoli
Dramaturgie : Alfio Petrini
Künstlerische Mitarbeit: Josep Caballero
Sounddesign: Massimo Carozzi


"B.A.N.G" ist  ein möglicher Titel, ein hypothetischer Krimi ohne Auflösung, ein mal reales mal surreales  Flechtwerk aus Bewegungen, tänzerischen Bildern, Texten und Fragmenten, bei denen der Zuschauer eine Art Zeuge des Geschehens (oder des ‚nicht Geschehens’)  ist.
Der Plot: Ein Mord aus Liebe als Metapher für die Suche nach den unklaren Grenzen des Körpers. Das Opfer, der Täter und der Detektiv - Lara Martelli, die italienische Tänzerin und Choreografin aus Berlin, verkörpert in ihrer Solo-Tanzperformance alle drei Figuren: die männliche, die weibliche und ihre eigene Figur, den Detektiv. Sie ist einmal in einer, einmal in der anderen Rolle zu sehen, agiert im real-materiellen und virtuell-antimateriellen Raum. Dabei liegt der Struktur des Stückes eine durchdachte Verknüpfng und Vernetzung zwischen Tanz-, Video- und Textsprache zugrunde, bei der die Grenzen zwischen Authentizität  und Fiktion, performativem und realem Geschehen verschwimmen.
www.laramartelli.de
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Juri Tetzlaff (KI.KA)

& TTE - Junior Company
„Peter und der Wolf“     PREMIERE

Choreografie: Ester Ambrosino
Moderator/Erzähler: Juri Tetzlaff (KI.KA)
Tänzer:Marcel Schwichtenberg (Der Wolf),

           TTE-Junior Company
Musik: Sergej Prokofjew
Assistenz: Jelena Albrecht, Dana Blask
Kostüm: Ramona Brusch

Mit Peter und der Wolf, dem bekannten musikalischen Märchen von Sergej Prokofjew, zeigt das Tanztheater Erfurt ein Stück von Kindern für Kinder.
Spannend und unterhaltsam erzählt kein geringerer als der deutschlandweit bekannte Fernsehmoderator Juri Tetzlaff (KI.KA) den alten Kindermusikklassiker von dem kleinen Jungen Peter, der bei seinem brummigen Großvater im ländlichen Russland lebt. Immer auf der Hut vor dem gefährlichen Wolf, vergisst Peter eines Tages das Gartentor zu schließen. Prompt entwischt die Ente zum nahe gelegenen Teich und trifft dort auf einen Vogel mit dem sie in Streit gerät. Vor einer anschleichenden Katze flüchtet der Vogel kurzerhand – von Peter gewarnt – auf einen Baum. Plötzlich taucht der gefürchtete Wolf aus dem Wald auf und die Geschichte nimmt ihren spannenden Lauf…


WORKSHOPS


SILVANA SUÁREZ CEDEÑO (Venezuela)
DATE OF BIRTH: 07/01/77

Am 02.11. wird Silvana mit Mikel Aristegui in dem Stück "Delirio" zu sehen sein.

Niveau: offen
Ort: wird noch bekannt gegeben

Silvana Suárez Cedeño absolvierte P.A.R.T.S. - Performing Arts Research and Training Studios (Brüssel), das Latin American Dance Center DANZAHOY sowie das Superior Instititute of Contemporary Dance (Venezuela) und ist als freie Tänzerin international engaiert. Außerdem unterrichtete sie an der Erasmus Hogeschool (Brüssel) und gibt regelmäßig Workshops u.a. am Dans Centrum Jette (Brüssel), an der Tanzfabrik (Berlin) und Laborgras (Berlin).

Der Workshop
Ausgehend von verschiedenen körperlichen Aufgaben widmet sich der Workshop der Erforschung verschiedener Möglichkeiten sich zu bewegen und zu tanzen. 
Der wichtigste Aspekt dabei ist die Entdeckung einer neuen körperlichen Erfahrung hinsichtlich der Wahrnehmung des Körpers, der Bewegung und des Tanzes.

Erarbeitet werden insbesondere folgende Inhalte, die Silvana "Keys of Investigation" nennt: 

- Entdeckung des Zentrums
- Kontakt Zentrum/ Zentrum
- Die anderen und ich (Gruppendynamik)


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LARA MARTELLI (Italien)

www.laramertelli.de


Am 01.11.2008 wird Lara Martelli in ihrem Solo "b.a.n.g." zu sehen sein.

Niveau: offen



Als Tänzerin hat Lara Martelli u.a. für Jan Fabre, Felix Ruckert und Susanne Linke gearbeitet. Seit Beginn ihres Tanzstudiums beschäftigt sie sich mit den ostasiatischen Bewegungstechniken Aikido und  Kinomici sowie Yoga.
Als Performerin sowie als Choreographin hat sie öfter das Genre gewechselt und damit  Erfahrungen gesammelt die sich zwischen Tanztheater,  Physical Theater, Zeitgenössischer Choreographie und Improvisation bewegen. Die Neugier, verschiedene körperliche Zustände, energetische Transformationen und Verwandlungen zu erforschen, bringt sie immer wieder zu neuen Experimenten. Sie unterrichtet Tanz und  Improvisation u.a. in Berlin an der „Etage“ und als Gastdozent bei der UDK Schauspiel Berlin.

Der Workshop
Wir beginnen mit  Übungen, die unsere  Aufmerksamkeit für Atmung, Raum und Zeit  ansprechen und uns auf unserer Suche nach dem "Jetzt und Hier" helfen. Dann arbeiten wir weiter mit den Basiselementen der Gruppen- und Soloimprovisation. Dabei spielen wir mit Zeit, Raum Rhythmus, Impulsen, Stimmen und verschiedenen Bewegungsqualitäten. Techniken sind wichtig, stehen aber nicht im Mittelpunkt, sie führen zu Improvisation und Gestaltung. Ziel ist Improvisation, die von den Themen Bewegungsansatz, Raum, Form, Zeit, Dynamik, Fluss, Impuls, Rhythmik und Gewicht ausgeht. So entsteht eine kreative Spannung zwischen Struktur und Freiheit. Improvisieren bietet Zugang zum eigenen Ausdruck und viele ungenutzte Möglichkeiten:
* die Wahrnehmung für den Augenblick zu sensibilisieren
* Selbstvertrauen in das eigene Erleben zu entwickeln
* Impulse und Gefühle zuzulassen, Vertrauen entwickeln, diese zu zeigen
* in Kontakt mit anderen zu gehen ohne sich zu verlieren